In "Corona-Zeiten" mit Kopftuch eine Lehrstelle als zahnärztliche Fachassistentin finden - geht das?!

JA!

…wie folgende Begleitung aus dem Jugendcoaching zeigt:

 

Die 16jährige Amira (Name geändert) kommt Anfang 2020 zum zweiten Mal ins Jugendcoaching. Sie ist eine sehr freundliche, hilfsbereite und pflichtbewusste Jugendliche aus Afghanistan. Die Lehrstellensuche sei ihr wichtig, sagt sie, und deswegen möchte sie früh damit beginnen….

 

Amira erzählt, dass sie 2015 mit ihren Eltern nach Österreich gekommen sei. Am liebsten möchte sie im medizinischen oder kosmetischen Bereich arbeiten, weshalb sie an der Polytechnischen Schule in Innsbruck auch den Bereich „Schönheitspflege“ gewählt habe. Sie könne sich Apothekerin, Kosmetikerin, Ordinationsassistentin, Optikerin oder auch etwas in der Tourismusbranche vorstellen. Ihr Kopftuch möchte sie auch während der Ausbildung tragen.

 

Bereits im März schickt Amira mit Unterstützung ihrer Jugendcoacherin die ersten Bewerbungen als Kosmetikerin an verschiedene Salons aus.

 

Es passiert… nichts… - außer ab und an einer Absage…

 

Die Sorge Amiras, keine Lehrstelle zu finden, wächst mit der Zeit zunehmend. Im Jugendcoaching kann sie über ihre Ängste sprechen und bekommt Unterstützung. So lässt sie sich nicht entmutigen und schickt weitere Bewerbungen. Ihre Jugendcoacherin hilft ihr auch, dabei noch andere Lehrberufe als Kosmetikerin in Betracht zu ziehen.

 

Und es passiert weiter… nichts...

 

Mithilfe des Arbeitsmarktservices (AMS) kann Amira bei einem Kurs, der die Lehrstellensuche erleichtern soll, angemeldet werden. Sie bekommt Bescheid, sobald ein Platz frei wird – voraussichtlich im Oktober.

 

Ansonsten passiert weiter…. nichts.

 

Im August ist Amira gelangweilt. Sie erzählt, dass sie viel Zeit zu Hause verbringe. Der voraussichtliche Kursbeginn im Oktober fühle sich für sie noch weit weg an…

 

Und ansonsten passiert…nichts.

 

Mitte August kommt Amira sehr bedrückt und entmutigt zu ihrem Termin ins Jugendcoaching. Sie vertraut ihrer Jugendcoacherin an, dass sie das Gefühl habe, alles falsch zu machen und „selbst schuld“ zu sein. Ihre Jugendcoacherin zeigt ihr auf, dass sie ihre Sachen sehr gut macht und viele Fähigkeiten mitbringt…. und dass die Lehrstellensuche momentan für alle etwas schwieriger ist als „normal“ (Corona) und es wirklich Durchhaltevermögen braucht. Amira bekommt viel Zuspruch und neue Motivation. Ihre Jugendcoacherin glaubt an sie. Gemeinsam beschließen sie, einfach weiterzumachen…. Und nochmal einen Schwung Bewerbungen als zahnärztliche Fachassistentin auszuschicken.

 

Einen Tag später passiert…. eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch bei einem Zahnarzt! Amira freut sich sehr und ist richtig aufgeregt. Ihre Jugendcoacherin schiebt sie am nächsten Tag ein, um noch rechtzeitig das Bewerbungsgespräch zu üben. Amira fährt auch am selben Tag noch zur Praxis, um beim Bewerbungsgespräch sicher pünktlich den Weg zu finden.

 

Dann ist alles bereit: Auch mit großer Aufregung klappt das Bewerbungsgespräch super. Amira bekommt eine Einladung zu einem zweitägigen Schnuppern.

 

Daraufhin passiert… eine Einladung zu einem bezahlten, einmonatigen Probearbeiten im September gemeinsam mit einer anderen Bewerberin. Amira hat Freude an ihrer Arbeit beim Zahnarzt und macht ihre Sache gut.

 

Und nach dem Probemonat: Ein Lehrstellenangebot!! Amira freut sich riesig und startet im Oktober mit Elan in ihre Lehre als zahnärztliche Fachassistentin.

 

Herzlichen Glückwünsch!

 


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