Das Peer-Erlebnis: Ein Interview mit Daniel

Vom Jugendcoaching zum Peer.

 

Jugendcoaching bietet jungen Menschen Unterstützung in Sachen Schule, bei der Berufsausbildung und bei der Suche nach einem passenden Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Sich mit seinen Fragen an einen Jugendcoach oder eine Jugendcoacherin zu wenden, kann mitunter für viele eine Hürde darstellen. Um den Zugang etwas zu erleichtern, werden Jugendliche miteinbezogen, die als sogenannte Peer-Unterstützer und -Unterstützerinnen aus erster Hand von ihren Erfahrungen mit dem Jugendcoaching berichten. Durch Peers kann man sich also mit jemandem unterhalten, der sich vielleicht bereits in einer ähnlichen Situation befand, sich austauschen und einen wertvollen Blick auf das Jugendcoaching und dessen Möglichkeiten erlangen.

 

Daniel war einst selbst ein Teilnehmer beim Jugendcoaching und hat sich im Anschluss dazu bereit erklärt, als Peer seine Unterstützung anzubieten. Von seinen interessanten Erfahrungen hat er uns in einem Gespräch erzählt.

 

 

 

Wie bist du ursprünglich zum Jugendcoaching gekommen?

 

Ich ging damals in einer HTL zur Schule und wusste, dass ich diesen Ausbildungsweg nicht länger verfolgen möchte. Auf meiner Suche nach Unterstützung diesbezüglich, wurde ich auf das Angebot vom Jugendcoaching aufmerksam. An der Schule war regelmäßig eine Coacherin zu Besuch, an die man sich als Schüler oder Schülerin wenden konnte. Nachdem ich das Angebot vor Ort in Anspruch genommen hatte, wurde bald der Kontakt zu meiner zuständigen Jugendcoacherin hergestellt. Diese meldete sich daraufhin telefonisch bei mir und wir vereinbarten ein Erstgespräch.

 

Was hast du beim Jugendcoaching erlebt und wie ist es dir dabei ergangen?

 

Ich denke, dass das Jugendcoaching für Menschen, die in einer ähnlichen Situation stecken wie ich damals, sehr wichtig sein kann. Dort gibt es die Möglichkeit, Hilfe zu bekommen, wenn man nicht genau weiß, wo man im Leben steht und wo es hingehen soll.

 

Ich bin meiner Jugendcoacherin Nicol wirklich sehr dankbar, weil sie in meinem Fall als neutrale Person zwischen mir und meinen Eltern vermitteln konnte. Sie konnte die Positionen beider Parteien, die sich bezüglich meiner Ausbildung nicht einig waren, verstehen und durch professionelles Vorgehen einen gemeinsamen Nenner finden. Diese Leistung ist wirklich beeindruckend. Ich bin also sehr froh drum, dass es das Jugendcoaching gibt.

 

Was hat sich für dich also konkret durch das Jugendcoaching verändert?

 

Durch die Hilfe vom Jugendcoaching konnten meine Eltern verstehen, dass der damalige Weg nicht der richtige für mich war. Meine Beweggründe wurden ernst genommen und ich wurde dabei unterstützt, einen besseren Blick dafür zu bekommen, was ich wirklich möchte und wie ich mein Leben zukünftig gestalten will. Ohne das Jugendcoaching hätte ich es wahrscheinlich nicht geschafft, meinen eigenen Weg zu gehen.

 

Wie ist es dir nach dem Jugendcoaching ergangen und welchen Plan hast du gemeinsam mit deiner Jugendcoacherin für dich erarbeitet?

 

Das Jugendcoaching half mir dabei, auf eigenen Füßen zu stehen und meine Ziele selbständig zu verfolgen. Man muss hart für seine Träume arbeiten, dranbleiben und seine Pläne durchziehen. Das Jugendcoaching hilft dir zwar dabei, aber gehen musst du deinen Weg trotzdem selbst!

 

Ich schätze, dass 95 Prozent meines erarbeiteten Plans auch genauso abgelaufen sind wie erhofft. Ich habe die Schule verlassen, wir haben herausgefunden, wo meine Interessen und Fähigkeiten liegen und wo ich diese am besten einsetzen kann. Wir haben uns außerdem eine Übergangslösung und einen Plan B für alle Fälle zurechtgelegt. Ich gehe mittlerweile Arbeiten, habe die Musterung hinter mir, den Zivildienst abgeschlossen und nähere mich immer weiter meinem Ziel: Der Ausbildung zum Polizisten. Meine Bewerbung habe ich bereits hinter mir und ich warte nur noch auf den Bescheid!

 

Es ist unglaublich wie sehr sich alles innerhalb eines Jahres verändert hat. Alles braucht zwar seine Zeit, auch das Jugendcoaching, aber im Nachhinein ging es doch schnell voran und es hat sich wirklich ausgezahlt.

 

 Würdest du das Jugendcoaching weiterempfehlen?

 

Auf jeden Fall - Jeder oder jede, die sich in einer solchen Situation befindet, würde ich das Jugendcoaching weiterempfehlen.

 

Wie ist es im Anschluss dazu gekommen, dass du als Peer deine Unterstützung angeboten hast?

 

Das ist noch gar nicht so lange her! Meine Jugendcoacherin hat mich kontaktiert, um sich nach mir zu erkundigen. Sie wollte wissen wie es mir geht und ob alles nach Plan läuft. Im Zuge dessen stellte sie mir die Frage, ob ich gerne einen Jugendlichen in einer ähnlichen Situation wie meiner als Peer weiterhelfen möchte. Da ich weiß wie wichtig jede denkbare Unterstützung in so einer Situation sein kann, sagte ich zu und wurde somit zum Peer. Diese kurze Zeit würde mir nicht fehlen und wenn das Teilen meiner Erfahrung jemanden helfen kann, wollte ich diese gerne aufwenden. Ich denke, dass ein positiver Einblick ins Jugendcoaching aus dem Mund von jemanden, der sich in derselben Position befand, eine gute Sache sein kann.

 

Wie hast du selbst den Peer-Einsatz empfunden?

 

Anfangs habe ich mich richtig zurückgesetzt gefühlt in meine eigene Zeit beim Jugendcoaching. Zu Beginn war das eine sehr schwierige Phase für mich, gekennzeichnet durch viel Chaos, das erst nach und nach geordnet wurde. Das Gefühl, jemandem jetzt plötzlich selbst bei dieser Aufgabe helfen zu können, war wirklich gut. Die Peer-Unterstützung bietet eine außergewöhnliche Art der Hilfe und ist meiner Meinung nach deshalb ein wertvoller Teil des Jugendcoachings.

 

Hättest du für andere einen Rat als ehemaliger Jugendlicher beim Coaching und als Peer?

 

Man kann sich beim Jugendcoaching immer Unterstützung holen und sollte diese Chance auch nutzen. Dort wird einem bestmöglich weitergeholfen. Man sollte aber nie aus den Augen verlieren, dass die Hauptarbeit von einem selbst geleistet werden muss, um voran zu kommen. Wenn man aber durchzieht und dranbleibt, wird man am Ende stolz zurückblicken und zukünftig auch ohne Hilfe auf den eigenen Beinen stehen können.

 

 

 

Vielen Dank, Daniel, für deine Worte und den spannenden Einblick ins Jugendcoaching sowie die Peer-Unterstützung. Wir wünschen dir alles Gute für deine Zukunft!

 


< Interview mit der Jugendcoachin Bernadette