10 Jahre Ausbildungspflicht bis 18 – und viele unterschiedliche Geschichten.
In unserer Interviewserie lassen wir Menschen zu Wort kommen, die die Ausbildungspflicht selbst erlebt haben, Jugendliche auf ihrem Weg begleiten oder die Ausbildungspflicht mitgestalten. Sie erzählen von ihren Erfahrungen, Herausforderungen, Erfolgen und davon, was es braucht, damit junge Menschen ihren Weg in Ausbildung und Beruf finden.
Den Anfang macht heute Fatma und gibt Antworten auf die Frage “Was hat mir die Ausbildungspflicht bis 18 gebracht?”
"Die Ausbildungspflicht bis 18 hat mir gezeigt, dass ich mehr aus meiner Zukunft machen kann. Nach der Mittelschule habe ich die Schule ohne positiven Abschluss verlassen und als Hilfsarbeiterin gearbeitet. Am Anfang habe ich den Brief zur Ausbildungspflicht einfach ignoriert, weil ich mir gedacht habe, ich arbeite ja sowieso und das reicht. Erst als ich durch einen Zufall doch ins Jugendcoaching gekommen bin, habe ich verstanden, welche Möglichkeiten ich eigentlich habe.
Gemeinsam mit dem Jugendcoaching habe ich verschiedene Wege ausprobiert. Ich war mir lange nicht sicher, welcher Beruf zu mir passt, und habe mehrere Ausbildungen und Praktika begonnen, aber auch wieder abgebrochen. Rückblickend weiß ich, dass das in Ordnung war – manchmal braucht es einfach mehrere Anläufe, bis man den richtigen Weg findet. Entscheidend war, dass mich das Jugendcoaching immer wieder motiviert hat, dranzubleiben und nicht aufzugeben.
Schließlich habe ich eine Lehrstelle im Einzelhandel gefunden, die gut zu mir passt. Heute bin ich im zweiten Lehrjahr und arbeite auf meinen Lehrabschluss hin. Darauf bin ich stolz, weil ich weiß, dass ich damit viel bessere Chancen für meine Zukunft habe. Mit einer abgeschlossenen Lehre habe ich mehr Möglichkeiten, mich beruflich weiterzuentwickeln, und muss nicht mein ganzes Leben als Hilfsarbeiterin arbeiten.
Am meisten geholfen hat mir die Motivation und die Unterstützung durch das Jugendcoaching. Alleine hätte ich wahrscheinlich oft aufgegeben. Dort wurde mir gezeigt, welche Möglichkeiten es gibt, und ich wurde immer wieder ermutigt, meine Ziele weiterzuverfolgen.
Anderen Jugendlichen würde ich raten, Dinge einfach auszuprobieren und nicht zu schnell aufzugeben. Man muss nicht sofort den richtigen Beruf finden. Es ist völlig in Ordnung, verschiedene Wege zu testen. Wichtig ist, bis zum Ziel dranzubleiben und Unterstützung anzunehmen. Manchmal braucht es einfach Zeit, um herauszufinden, was wirklich zu einem passt – und genau dabei kann das Jugendcoaching eine große Hilfe sein."
Danke, Fatma, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast!